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"Unsere Oma nannte das 'Ist noch zu gebrauchen'"

Punky Bahr (Herten) über Upcycling, Recycling und praktisches Denken

PicnicArt2017 Punky Bahr Captain und Babe 2014

Christian Bahr, genannt Punky, gehört sicherlich zu den markantesten Typen auf der Hertener Ewaldstraße. Daheim macht er hauptsächlich aus alten Gegenständen neue Kunstobjekte. Doch gegen neumodische Begriffe wie "Upcycling" hat er etwas. Was den "Captain" antreibt, und was er sich gemeinsam mit seiner Frau "Babe" und Patin Gerti Hauptführer für die PicnicArt convention ruhr vorgenommen (oder auch nicht vorgenommen) hat, erzählt er uns im Interview.

Punky, du kommst aus Wanne-Eickel, hast in Recklinghausen gelebt, warst aber auch in Europa unterwegs und wohnst jetzt Herten. Was schätzt du am Ruhrpott?

Ich habe auch in Herne gelebt und lebe nun in Herten, meiner Wahlheimat. Was ich am Pott schätze? Den Pott!

Könntest du dir auch vorstellen, woanders zu leben?
Wenn’s ein anderer Planet ist, dann vielleicht ja. (Aber nur mit ‘BABE’) Ansonsten bleibe ich hier. Woanders? Ich denke nicht. Ich habe oftmals Landstriche gesehen, die andere lieben, weil es dort noch so schön ländlich ist, bei denen ich mir dachte: ‘Hier möchte ich nicht’mal tot über’m Zaun hängen.’

Upcycling ist deine „künstlerische Kernkompetenz“.  Was faszininiert dich am Neu-Design alter Dinge?
Ich führe jetzt seit ca. 40 Jahren alte Dinge einer neuen Bedeutung zu oder verpasse ihnen ein neues Outfit. Das habe ich nicht erfunden, sondern daheim gelernt. Papa machte zum Beispiel aus einem alten Besenstiel, Stützen für ein Regal in unserem Geschäft, welches zusammen zu brechen drohte. Upcycling? Recycling? Oder nur praktisches Denken? Das haben unser aller Oma und Opa auch schon getan. Sie nannten es ‘umfunktionieren’, ‘reparieren’ oder ‘ist doch noch zu gebrauchen’. Und das Wort upcycling, welches dann vor ein paar Jahren eingeführt wurde, um einer Sache die es schon seit ewigen Zeiten gibt, einen neuen touch zu geben, finde ich total Scheiße. Es ist, wenn überhaupt, recycling.

Ich sehe einfach oftmals in alten, vergessenen, nicht mehr geliebten oder einfach nur achtlos behandelten Dingen noch eine gewisse Schönheit. Oder ich finde sie einfach zu schade, um sie dem Schicksal der Müllpresse zu überlassen. Es kann passieren, dass ich eine Skulptur baue, nur weil ich ein paar Fundstücke toll finde.

Die Schönheit des Ungeliebten

Was machst du eigentlich, wenn du nicht gerade an neuen Objekten schraubst und bastelst?
Das gleiche wie immer. Über die Welt und mich nachdenken. Oder über mich und die Welt. Und dann entstehen neue Objekte, Kunstaktionen oder Texte.

PicnicArt2017 Punky Bahr

Bei der kommenden PicnicArt Convention Ruhr trittst du gemeinsam mit deiner Frau als „Captain & Babe“ an. Was kannst du uns vorab zu Eurem Projekt verraten?
Willst du ein Interview oder einen Roman?

Künstler-Patenschaften gehören zum Konzept der PicnicArt, das heißt ihr werdet Euch ein Green mit Eurer Patin Gerti Hauptführer und ihren „umstrickten“ Objekten teilen. Hast du bereits eine Vorstellung, wie Eure und ihre Kunst an diesem Wochenende zusammenfinden werden?
So wie es immer ist. Es passt oder es passt nicht.

Was erwartest du selbst von der Convention?
Spaß und Unterhaltung für alle.

"Macht Euer Ding"

In Herten gehörst du zur Keimzelle des dortigen Kreativ.Quartiers um die Ewaldstraße. Wie lautet dein Rat, damit Hamm die Entwicklung seiner noch junge Kreative.Mitte vorantreiben kann?
Macht euer Ding. Sobald euch erzählt wird, wie das da am besten klappen kann, jagt die Trolle fort!

Was möchtest du mit deiner Kunst bei deinem Publikum bewirken?
Noch ein Roman? Nein, Spaß beiseite. Das ist nicht mit ein paar Worten erklärt. Dafür ist es zu vielschichtig. Es gibt Sachen, mit denen oder durch die ich aufrütteln will. Es gibt manchmal auch nur spaßige Sachen. Es gibt oftmals einen heroischen Gedanken und die Antwort der Menschen ist ein kurzes: “Hähh?” Und dann gibt es auch Zufälle, Irritationen, Missverständnisse oder sonderbare Konstellationen, die dann zu etwas ganz großartigem führen.

Wenn dir ein Maler erzählt, er habe immer nur die Bilder gemalt, so wie sie vorher schon in seinem Kopf waren, dann ist er entweder ein Einfaltspinsel (tolles Wortspiel, oder?) oder er macht 'Malen nach Zahlen'. Wenn dir einer erzählt, er mache immer nur Dinge, die auch vorher schon genau so geplant waren, dann ist er bestenfalls ein Auftragskünstler.

Ist wirklich jemand der Meinung, Dali, Picasso, Beuys, Leonardo, Jim Morrison oder Hieronymus Bosch wussten immer im Voraus, was passieren würde, wenn sie ihre Pinsel, Kellen oder Stimmbänder schwingen ließen?

"Alles ist gut, solange es gut ist"

Hast du ein Lebensmotto? Wenn ja, welches?
Zwei Sätze aus eigener Feder: 1. "Alles ist gut, solange es gut ist." (Klingt zuerst einmal platt, ist aber so.) 2. “Ich lande niemals unter der Brücke oder im Knast." (Wäre dann wahrscheinlich der dritte Roman, wenn ich’s erklären sollte”).

 

 

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